150 Jahre Ita Wegman

2026 feiern wir den 150. Geburtstag von Ita Wegman (* 22. Februar 1876), der Gründerin der Klinik Arlesheim. Ihr Leitsatz «Ich bin für Fortschreiten» steht sinnbildlich für ihren Wunsch nach echter Entwicklung – als Mensch ebenso wie in der Anthroposophischen Medizin. Im Jubiläumsjahr erwarten Sie vielfältige Veranstaltungen – weitere folgen.

WER WAR DIE ÄRZTIN
ITA WEGMAN?

Ausstellung im Park der Klinik Arlesheim

So 19.04 LESUNG MIT MUSIKALISCHER BEGLEITUNG

Ita Wegman: wesentlich – wirksam – visionär

Mi 24.06 Fachvortrag

Hitzewallung & Neubeginn – die Wechseljahre ganzheitlich begleiten

Mi 23.09 Fachvortrag

Die Mistel – Wirksamkeit und Bedeutung in der Behandlung der Krebserkrankung

Mi 11.11 Fachvortrag

Wie weibliche Verbundenheit Emanzipation ermöglicht

Wer war die Ärztin
Ita Wegman?

Ita Wegman wurde am 22. Februar 1876 auf Java, einer Hauptinsel des heutigen Indonesiens, als Tochter einer holländischen Kolonialfamilie geboren.

Um die Jahrhundertwende liess sich Ita Wegman in Europa nieder und erlernte in Holland und Deutschland Heilgymnastik und Massage. In Berlin begegnete sie Rudolf Steiner, der sie ermunterte, Medizin in der Schweiz zu studieren. Ita Wegman holte die Matura nach, studierte an der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich und spezialisierte sich in Gynäkologie. 1917, im Alter von 31 Jahren, eröffnete sie ihre erste eigenständige ärztliche Praxis und betrieb bereits zwei Jahre später mit Kolleginnen eine Zürcher Belegklinik. Getragen von dem Wunsch, das Wissen aus dem akademischen Medizinstudium mit der anthroposophischen Menschenkunde Rudolf Steiners zu verbinden, suchte sie nach einer Möglichkeit in der Nähe von Dornach eine Klinik zu gründen.

Aus dieser Verbindung ist die Klinik Arlesheim 1921 hervorgegangen.

In den folgenden Jahren engagierte sie sich intensiv für den internationalen Aufbau anthroposophisch-medizinischer Einrichtungen und heilpädagogischer Institute, förderte Ausbildungsstätten und war Impulsgeberin für Forschung, Lehre und klinische Arbeit. In enger Zusammenarbeit mit Rudolf Steiner entwickelte sie neue Therapieformen und Pflegeansätze, insbesondere auf dem Gebiet der Arzneimittelherstellung. Gemeinsam mit Rudolf Steiner veröffentlichte sie 1925 das Grundlagenwerk «Grundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen».

Nach Steiners Tod 1925 setzte Ita Wegman ihre medizinische und organisatorische Arbeit fort, geriet jedoch in den 1930er-Jahren in zunehmende Spannungen innerhalb der anthroposophischen Bewegung. Trotz dieser Konflikte blieb sie der Weiterentwicklung der anthroposophischen Medizin verpflichtet.

Ita Wegman starb am 28. März 1943 in Arlesheim. Ihr Wirken gilt bis heute als grundlegend für die Entstehung und internationale Verbreitung der anthroposophischen Medizin.

Unsere kleine Ausstellung im Klinikpark zeigt Ita Wegman in Lebensgrösse und eröffnet mit historischen Zitaten spannende und berührende Einblicke in ihre Persönlichkeit. Hier die fünf Themen in der Übersicht:

«Ich bin für Fortschreiten.»

Ita Wegman

Ita Wegman – die Visionärin und Mensch der Tat

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«Und ich gestaltete es aus eigener Initiative, aus eigener Kraft ...»

Ita Wegman

Ita Wegman – Gründerin der Arlesheimer Klinik und Förderin einer Vielzahl bis heute nachwirkender Projekte und Einrichtungen

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«Sie hatte nämlich Mut.»

Norbert Glas

Ita Wegmans Mut des Heilens

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«Sie wollte stets mit eigenen Augen sehen.»

Liane Collot d’Herbois

Ita Wegmans tiefer Blick für Menschen

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«Studieren und das Leben kennenlernen.»

Ita Wegman

Ita Wegman – mit offenem Blick dem Menschen und der Welt zugewandt

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Danke
Ita Wegman!

Ita Wegman Porträt um 1935

Ohne Ita Wegman wäre die Welt der Medizin um einiges ärmer. Wir verdanken der visionären Ärztin tiefe Einblicke und vielfältige Anregung zur Behandlung und Pflege kranker und hilfsbedürftiger Menschen. Die Darstellung ist nicht abschliessend; exemplarisch möchten wir einige besondere Leistungen hervorheben.

1. Grundlegung der Anthroposophische Medizin
Ita Wegman hatte massgeblichen Einfluss auf die Entstehung und Verbreitung der Anthroposophischen Medizin und schrieb als Co-Autorin zusammen mit Rudolf Steiner das erste Lehrbuch dazu: «Grundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen» (1925).

2. Gründung der Klinik Arlesheim
Ohne Ita Wegman gäbe es keine Klinik Arlesheim. Sie gründete sie 1921 unter dem Namen «Klinisch-Therapeutisches Institut Arlesheim», was schon damals zur einprägsameren «Klinik Arlesheim» verkürzt wurde.
Weitere Einrichtungen wie der Sonnenhof in Arlesheim, das Kurhaus Casa Andrea Cristoforo in Ascona, das Soziotherapeutische Institut La Motta in Brissago und weitere Institutionen entstanden durch die unermüdliche Initiative und Förderung von Ita Wegman.

3. Entwicklung anthroposophischer Medikamente
Ita Wegman war massgeblich an der Entwicklung und Erprobung anthroposophischer Arzneimittel beteiligt. So injizierte sie als erste Ärztin immunstärkende und krebshemmende Mistelpräparate. Die begleitende Misteltherapie zählt heute zum Standard der integrativen Onkologie. 

4. Entwicklung der Heileurythmie
Ita Wegman half, die von Rudolf Steiner entwickelte Bewegungskunst der Eurythmie zu einer therapeutischen Form fortzubilden. Die sogenannte Heileurythmie fördert durch gezielte Bewegungen ein harmonisches Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele.

5. Entwicklung neuer Pflegemethoden
Ita Wegman gab der Krankenpflege neue Impulse. Sie verfeinerte u.a. die Wickeltechnik und entwickelte eine sanfte Form der medizinischen Massage, die sogenannte rhythmische Einreibung und rhythmische Massage. Sie fördern die innere Wärme und die Assimilation therapeutisch wirksamer Substanzen. Wickel und Kompressen sowie Bäder ergänzen die äusseren Anwendungen.

6. Grundsteinlegung für die Anthroposophischen Kunsttherapien
Durch ihre ärztliche Expertise und ihre enge Zusammenarbeit mit Rudolf Steiner legte Ita Wegman die Grundlagen für die Anthroposophischen Kunsttherapien; sie integrierte die Kunst als heilendes Mittel, indem sie das Konzept der Dreigliederung des Menschen (Körper, Seele, Geist) und die Selbstheilungskräfte durch kreative Prozesse (Malen, Plastizieren, Musik, Sprachgestaltung) ansprach.

7. Engagement für die Heilpädagogik
Ita Wegman gründete 1924 mit dem «Sonnenhof» in Arlesheim die erste heilpädagogische Einrichtung für Kinder mit einer Behinderung (seelenpflegebedürftige Kinder) und half, die ganzheitliche Heilpädagogik international zu verbreiten. 

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